Hortus Chiroptera 2026

Überlegst du zu einem Offenen Garten zu kommen? Vielleicht möchtest du dir auch bei meiner Führung dabei sein?
Macht dann ja Sinn, zu wissen was es im Garten alles zu sehen gibt!
Zuerst erzähle ich dir ein paar Fakten über meinen Garten, dann lernst du die Naturmodule kennen und anschließend welche Tiere so im Garten zu finden sind.

Hier klicken: Termine für Offene Gärten

Also wenn du nicht gespoilert werden willst, nicht weiter lesen 🙂

Garten der Fledertiere

Begonnen haben wir zaghaft in 2021, die Reise zu jetzt kannst du hier nachlesen.

Ich wollte von Anfang an einen Naturgarten und habe kurz darauf das Hortus Konzept kennengelernt, was mir sehr gefallen hat.

Außerdem wollte ich so vielen Wildtieren wie möglich einen Unterschlupf bieten. Und je mehr ich gelesen und recherchiert hatte – desto mehr wurde mir klar, ich brauche heimische Pflanzen und jede Menge Naturmodule – die ich dir hier gleich auch vorstellen werde!

Unser Garten hat 1055 m² mageren, trockenen Sandboden, direkt am Kiefernforst. Der Boden wurde so belassen, denn in mageren Böden lässt sich eine sehr tolle Artenvielfalt etablieren.

Im August 2023 haben wir die Auszeichnung „Fledermäuse Willkommen“ vom Nabu erhalten und wurden 2024 mit „Gold“ von Tausend Gärten Tausend Arten prämiert. Mein ganzer Stolz 🙂

Naturmodule

Hier findet ihr alle unsere Naturmodule, kleine oder größere Bausteine, die mehr Leben in den Garten bringen. Sie verändern das Mikroklima, schaffen Schatten, Kühle, Wärme und vieles mehr.

Der Norden ist oben, Süden demnach unten, rechts ist Osten und links ist Westen.

Klick auf die Modulnamen, um mehr zu erfahren! Ich habe sie chronologisch gelistet, wir beginnen ganz am Anfang 🙂

1 Wildhecke

Das allererste Naturmodul ist eine Wildhecke für heimische Wildtiere. Mit viel Dornen für Vögel und hoffentlich irgendwann einem Dickicht zum Rückzug vieler Tierarten. Bestellt hatte ich wurzelnackt Ende April in 2022, geliefert wurde wurzelnackt Ende Juni… Bei unserem trockenen Sandboden eine kleine Katastrophe und ich war mir relativ sicher, dass das nix wird. Aber es wurde.

Trotz wenig Wasser und harten Bedingungen ist die Hecke noch da, wächst aber sehr langsam. Damit hab ich gerechnet und das ist ok so. Dazu wurde dann später noch ein Saum gesät, zu dem schreibe ich aber separat nochmal.

Hier sind alle Heckenpflanzen (ohne Saum).

2 Käfer- & Amphibienkeller

Das zweite Naturmodul war zwar geplant, wurde dann aber sehr spontan umgesetzt, an sepps Geburtstag im September 2022. War sepps Wunsch, nicht meiner. Ich dachte wir gehen nett essen 😀

Aber es hat sich gelohnt, wir haben den fast komplett an einem Tag fertig bekommen. Es ist nicht nur ein Käferkeller (Totholzhaufen mit verschiedenen Hölzern in verschiedenen Dicken, mit und ohne Erdkontakt, für die Entwicklung von Käferlarven), sondern auch ein Ort für Amphibien zum Überwintern. Das Loch wird so tief, dass es frostfrei bleibt. Dazu wird unten noch weißfaules Holz und Laub eingefüllt, damit sich Feuchtigkeit halten kann (für Amphibien im Winter sehr wichtig).

Wie er genau gebaut wurde, findet ihr hier.

3 Totholzhecke

Als drittes haben wir die Totholzhecke angelegt, auch im Herbst 2022. Dazu findet ihr in dem Käferkeller Artikel mehr. Eine Totholzhecke ist ein gutes Modul um Gartenteile abzugrenzen, sie können wild oder sehr geordnet aussehen und sind ein guter Rückzugsort für Wildtiere. Bei uns ist es der Lieblingsplatz unserer Zauneidechsen. Die Zaunkönige und Rotkehlchen lieben die Hecke ebenfalls. Mit der vielen Birke finde ich sie auch total schön.

Gar nicht mal so leicht zu fotografieren. Sie umfasst die gesamte Breite des Grundstücks (27 Meter) und ist 50 cm tief. Ich überlege sie noch tiefer zu machen, damit die streunenden Hauskatzen die darin lebenden Wildtiere nicht so leicht zu fassen bekommen.

4 Wildbienen- & Schmetterlingssaum

Im Herbst 2022 hab ich zu der Wildhecke noch einen Saum eingesät, mit dem Wildbienen- und Schmetterlingssaum von der Wildsamen Insel.

Im Gegensatz zu einer Wiese muss ein Saum nicht gemäht oder gesenst werden. Er besteht aus vorrangig mehrjährigen krautigen Pflanzen und Gräsern. Dort muss kaum eingegriffen werden, dadurch ist es ein super Rückzugsort für Wildtiere.

Im ersten Jahr war ich etwas enttäuscht, weil ich mich noch nicht so gut auskannte und nicht wusste, das dort kaum Einjährige enthalten waren. Das hieß das sehr wenig geblüht hat, weil viele Pflanzen im ersten Jahr keimen und eine Rosette bilden, aber erst im zweiten Jahr beinnen zu blühen. Aber dafür ging es in Jahr 2 und 3 so richtig ab.

Das schöne beim Säen finde ich, dass ich nicht entscheiden muss welche Pflanze, in welchem Abstand wohin kommt. Die Pflanzen entscheiden sich selbst und es sieht jedes Jahr und zu jeder Jahreszeit anders aus. Aber immer toll.
Ich bin sehr gespannt auf 2026.

Im Saum tummeln sich all diese Pflanzen (und mehr, ich hab bestimmt nicht an alle gedacht).

5 Fledermausbeet

Was soll das denn jetzt sein?! Jedes Mal wenn ich dieses Beet erwähne und nicht sofort erkläre, gibt es viele Fragen.

Das Beet beinhaltet vor allem abend- und nachtblühende Pflanzen, Totholz und Doldenblütler für Käfer sowie Raupenpflanzen für Nachtfalter. Nachtaktive Insekten sind die einzige Nahrung für Fledermäuse in Deutschland. Ich habe es mit sepp im März und April 2023 angelegt.

Hier findet ihr alle Pflanzen im Fledermausbeet.

6 Staudenbeet

Das Staudenbeet entstand in 2023, mit finanzieller Geburtstagsunterstützung von meiner Schwester ;). Fast ausschließlich heimische Stauden und Gräser, mit stehendem und liegendem Totholz. Und einer meiner lustigsten Anfänger*innenfehler.

Zum Hintergrund, mein Garten wird langsam vom heimischen und sehr expansiven (heimische Pflanzen können per Definition nicht invasiv sein) Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos) übernommen und ich muss sehr aufpassen, dass es nicht weitere Bereich einnimmt. Ja, es ist eine wichtige Raupenfutterpflanze, aber Monokultur ist nie sinnvoll. Und in mein Staudenbeet hab ich genau aus den Raupengründen dieses Gras gesetzt. Und nach einem Jahr komplett raus genommen. Bei Beeten achtet darauf, dass das Gras horstbildend ist, Sämlinge gehen meist leichter raus als Ausläufer…

Ende 2025 habe ich das Beet noch einmal überarbeitet, mit dem Aushub der Nachbarn, aus dem auch Birch of Thrones (13) entstanden ist. Ich habe Sandhügel hinzugefügt und den Boden wieder geöffnet, wo sich viel Moos und anderes angesiedelt hatte.

Hier findet ihr alle Pflanzen, die ich dort gepflanzt habe.

7 Reptilienburg

Steine, Steine, Steine.

Da wir Zauneidechsen im Garten hatten, wollte ich ihnen im Sommer 2023 einen weiteren Rückzugsort bauen, 1 m³ Loch, gefüllt mit großen Steinen, dann hoch bis auf 60 cm aufgestapelt, dazwischen kleinere Steine damit Wiesel etc dort nicht rein können um die Eidechsen zu fressen.

Wir wurden zwar beim Bau schon von Eidechsen beobachtet, aber so richtig beachtet wurde unsere Burg erst beim ersten Offenen Garten im April 2024, wo ich enttäuscht erzählte, dass kein Interesse besteht. Das hat wohl ein Zauneidechsen Männchen gehört und posierte dann auf jeder Ebene der Burg. Seitdem wird sie rege genutzt. Ein Hummelnest und Mäusegänge gab es dort auch.

8 Mini Wasserstellen

Wir haben Stahlwannen und Emaillewannen im Garten verteilt und füllen diese auch regelmäßig auf. Alle sind mit Pflanzen bestückt und werden unterschiedlich genutzt. Die haben wir auch 2023 angelegt, bis auf die letzte, die enstand in 2025.

Das Wassermodul im Nordosten wird vor allem von Säugetieren zum Trinken benutzt. In den heißen Sommermonaten kommen dort Rehe, Füchse und Steinmarder regelmäßig zum Trinken. Dank einer Wildtierkamera können wir da auch regelmäßig zugucken ❤️.

Die Wanne nah am Haus wird von Fröschen genutzt, obwohl sie erhöht steht (weil ich vergessen habe, sie einzugraben… 😂).

Die kleinste und bewachsenste Wanne ist auch im hinteren Teil des Gartens, da halten sich besonders gerne Tigerschnegel auf, wenn es heiß ist :).

Die neuste Wanne steht neben Birch of Thrones, vor dem großen Findling. Ich habe sie angeschafft, weil sich im Teich Zwerg-Rohrkolben von selbst angesiedelt hat und ich nicht wollte, das er den Teich übernimmt. Deswegen musste er in die Wanne. Ich musste die einmal umsetzen, dabei haben wir sehr viele Libellenlarven gefunden.

9 Magerstandort

Genau genommen ist das ganze Grundstück ein Magerstandort. Aber wir haben eine ca 40m² große Fläche im Süden des Grundstücks, das sehr verdichtet ist. Dort stand der Kran und der Mischer für den Estrich, also sehr verdichtet plus Estrichsand.

Den Boden dort aufzulockern oder auszutauschen wäre teuer, ressourcenintensiv und aufwändig gewesen. Daher hab ich mich entschieden eine Testfläche draus zu machen. Wenn ich eins gelernt habe, dann das Ruderalflächen eine große Überraschungstüte sein können und super tolle Artenvielfalt hervorbringen.

Ich habe dort nach der Beratung durch Uta Kietsch die Mager- und Sandwiese von Wildsamen Insel ausgesät und einige Initialstauden gesetzt, ausschließlich aus getauschten Pflanzen vom Hortus Netzwerktreffen und Ableger aus meinem eigenen Garten. Dazu noch um die 500 Frühblüher Zwiebeln.

Angelegt habe ich es im November 2023, ich säe am liebsten im Herbst oder Winter. Bei uns ist es im Frühling oft schon so trocken, dass ich dauernd gießen müsste. Und das möchte ich ja vermeiden.

Die Liste aller Pflanzen findet ihr hier.

10 Naturteich

Ich LIEBE Wasser. Ich war schon immer fasziniert und begeistert von Wasser. Das ich einen Teich möchte, war mir von Anfang an klar.

Im November 2023 habe ich mit der Recherche und Planung angefangen. Ich muss immer alles ganz genau planen und genau wissen, was wie und warum ich etwas mache.

Dann im März 2024 war es soweit, unsere liebe Nachbarschaft hat geholfen und es war unser größtes Projekt bisher (ok nach dem Haus ;D). Am 01. April war der Teich fertig und im Juni zogen die ersten Wasserfrösche (Pelophylax sp) und ein Moorfrosch (Rana arvalis) ein. Moorfrösche sind jedoch nicht so ans Wasser gebunden wie Wasserfrösche.

Der Teich hat circa 35 m², drei Zonen (Sumpf 0-20cm tief, Flachwasser 21-50cm tief und Tiefwasser 51-110 cm tief) und SEHR VIELE Pflanzen. Ich konnte mich kaum entscheiden, hab ne mega Excel Tabelle angelegt und dann am Ende hatte ich 54 verschiedene heimische Wildpflanzen in meinem Teich, in verschiedenen Mengen ;).

Das wächst alles im Teich.

Der Teich ist auch eins meiner liebsten Motive zum Fotografieren:

11 Trockenmauer

Das einzige Naturmodul, was wir nicht selbst gebaut haben. Wir hatten Unterstützung von Staude und Stein und sind super zufrieden mit dem Ergebnis.

Sie hat 10 m² und wurde von mir im Nachhinein bepflanzt. Bei so einer Mauer (besonders wenn sie nicht beim Bauen bepflanzt wird) ist mit sehr viel Ausfall zu rechnen. Daher habe ich sie relativ stark bepflanzt und es ist auch ca 50% oder mehr eingegangen. Aber einige Pflanzen haben es geschafft und sind sehr happy.

Die Zauneidechsen checken die Mauer auch schon aus 🙂

Pflanzen in der Mauer

12 Dachbegrünung

Das Gründach haben wir im Dezember 2024 fertig gestellt, es war echt eine Menge Arbeit. Es muss auf vieles geachtet werden, vor allem auf die Statik und Dichtigkeit der Dachhaut.

Wir haben EPDM Dachfolie benutzt, Vlies und spezielles Substrat für Gründächer (80% Lava / Blähton, 20 % sterile Gartenerde) von unserem regionalen Erdenwerk. Natürlich wie immer viel Totholz mit drauf, Steine und ausschließlich heimische Wildpflanzen (bis auf die Frühblüher Zwiebeln).

Die Liste für das Gründach findet ihr hier.

13 Birch of Thrones

Zur Zeit mein letztes Projekt. Auf dem Überblicksbild oben ist es noch nicht zu sehen. Ein Sandberg mit ganz viel Birke. Ich wurde bei der Lebendigen Stadtgärtnerei inspiriert endlich mehr in die Höhe zu bauen. Den Gedanken hatte ich schon seit dem Gründach, selbst die kleinen Hügel und Täler sahen ganz bezaubernd aus und bieten einen breit gefächerten Lebensraum.

Ich recycle ja sehr gerne in meinem Garten. Die Steine waren Reste von der Trockenmauer. Die Birkenstämme waren noch übrig von den nötigen Fällungen, in anderen Stämmen hatte ich schon gesehen wie die Schwarzbäuchige Blattschneiderbiene (Megachile nigriventris) dort Nistgänge angelegt hat, daher wollte ich mehr Birke verarbeiten. Mit anderen Ästen habe ich Ebenen angelegt, die ich dann bepflanzt habe.

Auf dem Hügel habe ich oben vor allem Pflanzen genommen, die tief wurzeln und somit befestigen.

Ich bin SEHR gespannt, wie es nächstes Jahr wird.

Hier kannst du gucken, was ich alles in den Hügel gesetzt habe:

Sandhügel Pflanzen

Tiere

Wie du schon mitbekommen hast, liegen mir Tiere ganz besonders am Herzen.

Mittlerweile haben sich auch wirklich sehr viele Tiere bei uns eingefunden. Ich dokumentiere die ja mit iNaturalist und habe da auch den Garten als Projekt angelegt:

ArtenGarten Hortus Chiroptera

Was du beim Offenen Garten (je nach Wetterlage) sehen kannst, sind meist Zauneidechsen (Lacerta agilis), ab April – September, Wasserfrösche (Pelophylax sp), sehr viele verschiedene Wildbienen und Schmetterlinge.

Ich konnte bisher 60 verschiedene Wildbienen Arten dokumentieren. Bei Schmetterlingen sind es 118 verschiedene Arten. Davon sind 39 Tagfalter, der Rest sind Nachtfalter.

Springspinnen (keine Angst, die sind sehr klein) gibt es auch viele und sie sind toll zum beobachten.

Ab Ende Juli – September ist die beste Zeit für Gottesanbetterinnen (Mantis religiosa). Davor sind sie sehr klein und leicht zu übersehen.

An besonders heißen Tagen von April bis Juli kommt der Große Kiefernprachtkäfer (Chalcophora mariana) auch oft vorbei. Käfer gibt es generell sehr viele – da am Besten auf die Doldenblüter gucken :).

Mit ganz viel Glück kannst auch eine Ringelnatter (Natrix natrix) im Teich entdecken.

Welche dieser ganzen Auswahl an Tieren dann tatsächlich auftauchen, hängt von vielen Faktoren ab :).

Nachts sind auch oft Füchse, Steinmarder und Rehe im Garten – aber tagsüber mit viel Besuch wirst du die nicht finden.

Für die Bestimmung (und für mich als Hobby) brauche ich natürlich auch Fotos. Die mache ich vorranging mit meinem Handy. Meine Gallerie platzt aus allen Nähten mit tollen Fotos, ein paar Eindrücke für dich: